Krankenhaus-Report 2016 Schwerpunkt: Ambulant im Krankenhaus 

 Einleitung 

Einleitung

Krankenhäuser behandeln Patienten seit einigen Jahren verstärkt ambulant, d.h. dass sich die Zahl der stationären Aufenthalte verringert hat und dadurch neue ambulante Behandlungsmöglichkeiten entstanden sind. Krankenhäuser sind verpflichtet, Patienten in akuten Fällen ambulant zu versorgen. Dies gilt als vertragsärztliche Leistung, wenn kein Vertragsarzt verfügbar ist. Der Krankenhausreport 2016 gibt Patienten eine transparente Darstellung der ambulanten Versorgungsmöglichkeiten und erläutert, wie diese Entwicklung kontinuierlich angestiegen und wie sie organisatorisch zu bewältigen ist.  Kliniken.de hat auf den folgenden Seiten ein Dossier zur ambulanten Behandlung in Kliniken erstellt und untersucht dabei verschiedene Fakten und Darstellungen unter Berücksichtigung der Entwicklung der letzten Jahre.

 Report zu ambulanten Behandlungen in deutschen Krankenhäusern 

Die ambulante Notversorgung nehmen nach bundesweiten Schätzungen mehr als 18,6% der GKV- Versicherten pro Jahr in Anspruch. Die Schnittstellen zwischen der ambulanten Notfallversorgung bilden die Kliniken und niedergelassene Vertragsärzte, die wiederum festangestellte Ärzte (ambulante Ärzte) beschäftigen. Im Jahr 2013 wurden ca. 7,5 Millionen GKV-Versicherte in Kliniken ambulant versorgt. Ambulante Ärzte leisteten bei 6,9 Millionen GKV-Versicherten ambulante Hilfe. Das entspricht einer Inanspruchnahmerate von 18,7 %.

Um eine transparente fachärztlich-ambulante Versorgung zu gewährleisten, muss alles einheitlich dokumentiert werden. So wird eine Qualitätssicherung möglich gemacht und eine Vergleichbarkeit hergestellt. Weiterhin muss eine sektorübergreifende Struktur festgelegt werden.

 Ambulantes Fallzahlvolumen in Krankenhäusern 

Jede Klinik ist in Fachabteilungen gegliedert, um so eine Aussage zur Differenzierung und Spezialisierung abzugeben. Dadurch wird eine Klinik wettbewerbsfähig. Interessierte können sich zudem informieren und Daten miteinander vergleichen. Die Daten geben jedoch keine Auskunft über die Qualität der Behandlung, nur über die Anzahl der behandelten Fälle. In Deutschland gibt es aktuell keinen Indikator für Qualität, einziger Messpunkt ist die Anzahl der behandelten Fälle. Für einen Vergleich der Fallzahlen der Fachabteilungen hat kliniken.de einen Vergleichsrechner für Fachabteilungen erstellt. Dort hat man Einsicht darüber, welche Fachabteilung die meisten Patienten zu einer bestimmten Diagnose behandelt hat.

Im Abrechnungsjahr 2013 nahmen laut der AOK für eine Überprüfung der ambulanten Versorgung rund 106 Krankenhäuser teil. Rund 410.700 ambulante Notfälle wurden erfasst, das entspricht einer Größenordnung von 65,3%.  Dadurch kommen auf drei vollstationäre Fälle zwei ambulante Fälle. Im Großraum Berlin besteht kein wesentlicher Unterschied zwischen der Anzahl der ambulanten Versorgungsfälle gegenüber den stationären Aufnahmen.

 

 

Niedergelassene Ärzte, Notfallambulanzen und Kliniken bilden eine Versorgungskette, an der Patienten an mehreren Standorten versorgt werden können. Somit sollen mögliche Versorgungslücken ausgeschlossen werden. Ambulante Notärzte überweisen ihre Patienten an Notfallambulanzen, damit diese schnell weitergehenden Untersuchungen nachgehen können, da die Notfallambulanzen technisch besser ausgestattet sind. Patienten steht es frei, auch ohne Überweisung Notfallambulanzen aufzusuchen. Durchschnittlich werden 4,2% der Patienten, die notärztlich behandelt worden sind, sei es durch selbständige Aufsuchung eines Notarztes oder eines Notfallmediziners, noch am selben Tag in der Notfallambulanz einer Klinik behandelt. Auffällig ist, dass 0,9% der Patienten, die in einer Notfallambulanz vorstellig wurden, am gleichen Tag auch in einer andern Notambulanz behandelt worden sind. Das kann daran liegen, dass diese entweder freiwillig eine andere Ambulanz aufsuchten oder von der ersten Notfallambulanz an eine andere überwiesen wurden. Auffällig in den Berechnungen war, dass 1,9% der Patienten von Notfallambulanzen in einer anderen Klinik vollstationär aufgenommen wurden. Das passiert i.d.R., wenn der Versorgungsbedarf des Patienten in einer anderen Klinik gedeckt werden muss oder soll.

 

 Dokumentierte Behandlungsanlässe in Kliniken und ambulanten Ärzten 

Mithilfe von ICD-10-Diagnosen werden ambulante Versorgungsleistungen von Behandlungsanlässen bei der Abrechnung angegeben. Als ambulanter Notfall geht jeder versicherte Patient, der innerhalb eines Quartals beim gleichen Leistungsbringer mindestens einmal ambulant vorstellig wurde, in die Analyse mit ein. Die dokumentierten Behandlungsanlässe zeigen auf, dass in Kliniken andere Versorgungsschwerpunkte erkennbar sind als bei ambulanten Ärzten. Aus der untenstehenden Tabelle wird ersichtlich, dass 35,9% der ambulanten Notfälle die ICD-Hauptgruppe 19 „Verletzungen, Vergiftungen und andere Folgen äußerer Ursachen“ bilden, die bei ambulanten Leistungsbringern eher eine untergeordnete Rolle spielen. Da bildet diese Gruppe nur 6,9% der Fälle. Ambulante Leistungsbringer verzeichnen einen größeren Teil in der ICD-10-Hauptgruppe 10, die Erkrankungen des Atmungssystems. Diese Gruppe bildet in Kliniken nur 9,6% der Fälle, wohingegen ein höheres Prozentvolumen, genaugenommen 25,6% von ambulanten Leistungsbringern behandelt wurde.

 

Um eine Transparenz und einen lückenlosen Dokumentationsweg zu erlangen, sollen Leistungserbringer zukünftig darauf achten, gemeinsame Standards für die Qualität, Verwaltungstätigkeiten und der Finanzierung durchführen. Das gewährleistet eine bessere Versorgungsmöglichkeit und senkt nachhaltig die Kosten, die an einer anderen Stelle, z.B. Instandhaltung der medizinischen Ausrüstung oder der Einstellung von mehr Personal eingesetzt werden könnte

 MVZ (Medizinisches Versorgungszentren) in Krankenhäusern 

Seit 2004 ist die Anzahl der Medizinischen Versorgungszentren in Kliniken angestiegen. So wird gewährleistet, dass es in Kliniken eine größere Möglichkeit der ambulanten Versorgung gibt. Ein großer Vorteil der MVZs ist, dass es im Durchschnitt mehr Ärzte, ca. 7,5, beschäftigt. Das ist wesentlich höherer Personalstand als in normalen MVZs.  Es gab Ende 2014 insgesamt 2073 MVZs, wovon 843 in einer Trägerschaft der Kliniken verankert waren. Die meisten MVZs befinden sich in städtischen Gebieten. Dort ist eine fachärztliche Versorgung eher gewährleistet als in ländlichen Gebieten. Es besteht die Hoffnung auf ein Versorgungsmodell durch ein Versorgungsstärkegesetz, das sektorübergreifend funktioniert.

 

 Fachabteilungen 

Die meisten Kliniken verfügen über Fachabteilungen  der Inneren Medizin und Chirurgie, die geringste Menge an Fachabteilung hat der Bereich der Dermatologie. Die aus der Tabelle ersichtlichen intensivmedizinischen Abteilungen verfügen teilweise nicht über eigene ambulante Behandlungsmöglichkeiten. Sie sind aufgrund einer möglichen Mehrfachnennung Teil einer anderen Fachabteilung, die auch ambulant aufgenommene Patienten versorgt.

 

 Ambulantes Operieren im Krankenhaus 

Seit Mitte der 90er Jahre haben Kliniken die Möglichkeit, ambulante Operationen durchzuführen. Zu Beginn fanden ambulante Operationen nur im Bereich der vertragsärztlichen Versorgung statt. Durch das GKV-Gesundheitsreformgesetz aus dem Jahr 2000 wurden stationsersetzende Eingriffe hinzugefügt, die ausschließlich ambulant durchgeführt werden müssen. Das führte entsprechend einer nachfolgenden Katalogerweiterung zu einem schnellen Wachstum von 70% der ambulanten Eingriffe.

 

 Krankenhausstatistik 

Report_Krankenhaus_Deutschland

Für das deutsche Gesundheitssystem gibt es eine Vielzahl an Daten, Informationen und Quellen. Das Team von Kliniken.de hat diese gesammelt, komprimiert und in der Krankenhausstatistik aufbereitet. Alljährlich werden die Daten aktualisiert.

 Krankenhaus-Suche 

Kliniksuche nach PLZFinden Sie die gewünschte Klinik bzw. Krankenhaus mit Hilfe unserer Kliniksuche.

 Stellenreport Medizin und Gesundheit 

Der Stellenreport Medizin und Gesundheit ist eine Untersuchung zum Stellenangebot in der Gesundheitswirtschaft in den einzelnen Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland.

 Suche nach Fachabteilungen 

Suche nach Fachabteilungen in KlinikenDie Fachabteilungssuche gibt Ihnen Informationen zur Anzahl der behandelten Patienten sehen und Sie können Bewertungen abgeben, außerdem mit anderen Fachabteilungen der Kliniken vergleichen.

 Facharzttermin binnen 4 Wochen 

Wir geben Ihnen Hinweise wie Sie binnen 4 Wochen zu Ihrem Facharzttermin kommen. Außerdem haben wir die wichtigsten Rufnummern für Sie zusammengetragen.