Pflegeratgeber 

 Die ambulante Pflege - Rechte bei der Versorgung von Angehörigen 

Im Alter sind viele Menschen auf die Hilfe Dritter angewiesen. Während einige Angehörige ein passendes Pflegeheim für ihre Eltern oder Großeltern suchen, entscheiden sich andere dazu, die Pflege selbst zu übernehmen. Da dies häufig ein hoher körperlicher und seelischer Aufwand ist, bestehen einige Rechte bei der Versorgung von Angehörigen. Der folgende Text klärt auf. - Isabel Frankenberg studierte Journalismus und Unternehmenskommunikation in Berlin

 

Bei der ambulanten Pflege handelt es sich laut Definition um die Versorgung von Pflegebedürftigen in ihrem gewohnten Umfeld und der häuslichen Umgebung. Die Pflege übernehmen dabei in der Regel Angehörige oder extra angestellte, professionelle Pflegekräfte. Bei dem gegensätzlichen Modell handelt es sich um die stationäre Pflege, bei der die Bedürftigen dauerhaft in einem Krankenhaus oder einer anderen Pflegeeinrichtung untergebracht sind. Um eine häusliche Pflege zu gewährleisten, muss diese nicht zwingend in den eigenen vier Wänden stattfinden. Stattdessen ist es auch möglich, die Bedürftigen in einer Pflege-Wohngemeinschaft oder einer Wohngruppe unterzubringen.

 

Wie aus einer Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahre 2017 hervorgeht, waren im Dezember 2015 in Deutschland 2,86 Millionen Menschen pflegebedürftig. Davon wurden mehr als 2 Millionen Menschen zu Hause versorgt. Die ambulante Pflege ist immer an die Bedürfnisse der betroffenen Person angepasst. Muss diese dauerhaft beaufsichtigt werden, erhält sie eine Tagespflege zu Hause. Eine Intensivpflege zu Hause beinhaltet die Versorgung von schwerst-pflegebedürftigen Menschen, also z.B. Wachkoma-Patienten oder Querschnittsgelähmte.

 

Der größte Wunsch vieler Pflegebedürftiger ist es, ein Leben lang in den eigenen vier Wänden zu leben und dort von einer vertrauten Person gepflegt zu werden. Häufig geht dieser Wunsch auch in Erfüllung. Sind die Pflegenden nicht für eine solche Aufgabe ausgebildet, handelt es sich um eine Laienpflege, die durch Angehörige ausgeführt wird. Diese dient nicht dem Erwerbszweck sondern resultiert aus der Nächstenliebe oder einem Pflichtgefühl. Dennoch ist unter Umständen eine Aufwandsentschädigung möglich.

 

Gemäß pflegerechtlicher Bestimmungen haben aber auch Bedürftige, die von zu Hause versorgt werden, das Recht, einen professionellen Pflegedienst zu beauftragen. Dieser kann ergänzend zur Pflege durch die Angehörigen in Anspruch genommen werden. Der häusliche Pflegedienst leistet z.B. Unterstützung bei der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung. Hierbei fallen allerdings einige Kosten an. Liegt laut Gesetz eine Pflegebedürftigkeit vor, besteht nach der Anerkennung eines Pflegegrades die Möglichkeit, für die Finanzierung des Pflegedienstes Unterstützung zu erhalten. Dafür ist ein entsprechender Antrag auf Pflegesachleistung bei der Pflegekasse zu stellen. Wie hoch der diesbezügliche Anspruch ausfällt, hängt von dem Pflegegrad ab. Reicht die Geldleistung der sozialen Pflegeversicherung nicht aus, muss der Betroffene die übrigen Kosten selbst tragen.

 

Die Pflege der Angehörigen ist für viele Menschen eine Herzensangelegenheit. Allerdings kann sie nicht nur zur körperlichen und seelischen Belastung sondern auch zu einer finanziellen Herausforderung werden. Daher können sowohl die Patienten als auch die Pflegenden staatliche Hilfe in Anspruch nehmen. So erwirbt jeder gesetzlich Versicherte, der die Beiträge für die Pflegeversicherung zahlt, einen Rechtsanspruch auf Unterstützung für den Fall der Pflegebedürftigkeit. Wurde ein Antrag auf Anerkennung des Pflegegrades gestellt, können gegenüber der Pflegeversicherung Ansprüche geltend gemacht werden. Hierbei handelt es sich in der Regel um Pflegegeld, Pflegesachleistungen oder einer Kombination aus beidem.

 

Wie hoch die Kosten für die häusliche Pflege ausfallen, kann pauschal nicht gesagt werden. Diese hängen sowohl von den individuellen Pflegebedürfnissen der Betroffenen als auch von den Gebühren der einzelnen Leistungen je nach Bundesland ab. Wurde jedoch der Pflegegrad anerkannt, erhalten die Betroffenen Leistungen durch die entsprechende Pflegekasse, welche z.B. beim Pflegegrad 5 bei 901 Euro Pflegegeld und 1.995 Euro Pflegesachleistung pro Monat liegen.

 

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 Quelle: familienrecht.net, Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V.

             

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