Quelle: Fotolia Urheber: Voyagerix

Schilddrüsenerkrankungen besser erkennen

27.04.2017

Ohne eine hormonproduzierende Schilddrüse werden alle Körperfunktionen stark beeinträchtigt. Die Schilddrüse ist für den Kohlenhydratstoffwechsel und für den Fettstoffwechsel zuständig und beeinflusst den Aufbau der Knochen- und Muskelmasse und die Nervenfunktionen. Merken wir, dass wir zunehmend reizbar, antriebslos und schwach sind, kann dies ein Anzeichen für eine minder funktionstüchtige Schilddrüse sein. Auch depressive Verstimmungen und Durchblutungsstörungen sind häufige Symptome. Bei Frauen kommt in einigen Fällen noch der Aspekt der Unfruchtbarkeit hinzu. Die Schilddrüse wird durch das Gehirn gesteuert. Stellt sie die Steuerung ein, produziert sie lediglich ca. 60% T3 und T4.

 

T3 und T4 sind zwei unterschiedliche Hormone: Trijodthyronin und Tetrajodthyronin. Beide enthalten Jod. Der Unterschied zwischen den beiden Hormonen ist, dass T3  drei Jodatome enthält und in T4 vier Jodatome enthalten sind. Es ist daher wichtig, Schilddrüsenerkrankungen schnell zu erkennen und zu handeln, um bestmöglich dagegen vorzugehen und die richtige Behandlungsmethode zu finden.

 

Das Steuerhormon TSH wird von der Hirnhangdrüse freigesetzt und reguliert die Funktion der Schilddrüse. Enthält das Blut zu wenig Schilddrüsenhormone, wird in erhöhter Form TSH im Blut freigesetzt und somit werden vermehrt Schilddrüsenhormone ausgeschüttet. Bei einem Übermaß an TSH im Blut, produziert die Schilddrüse zu wenige Schilddrüsenhormone für das Blut.

 

Eine Schilddrüsenerkrankung kann nur ein Arzt sicher feststellen. Am Anfang steht ein großer Fragenkatalog, den in den meisten Fällen HausärztInnen abfragen. Somit wird ein Gesamtbild über auftretende Beschwerden gemacht. Durch das Abtasten der Schilddrüse (Palpulation) und eine Blutanalyse wird in den meisten Fällen schon eine vorläufige Tendenz sichtbar. Weitere Untersuchungen bei  NuklearmediznnerInnen oder EmdokrinoligInnen schließen sich allerdings häufig an.

 

Mit einer Ultraschalluntersuchung kann die Größe der Schilddrüse festgestellt werden. Durch eine Sonografie wird die Durchblutung der Schilddrüse kontrolliert und evtl. vorhandene Knoten vermessen.

 

Bei der Szintigrafie wird die Schilddrüse nuklearmedizinisch untersucht. Ein Trägerstoff, der radioaktiv markiert ist, gelangt nach der Injizierung in den Blutkreislauf. Durch eine Kamera kann die vom Trägerstoff abgesonderte Strahlung gemessen werden. Von der Schilddrüse wird ein Funktionsbild erstellt. Bei sichtbaren Knoten werden diese somit in kalte, warme und heiße Knoten unterteilt.

 

„Warme“ Knoten weisen keinen Unterschied zum normalen Schilddrüsengewebe auf und produzieren weiterhin Hormone

 

„Heiße“ Knoten produzieren einen Überschuss an Hormonen.

 

„Kalte“ Knoten weisen keine Stoffwechselbeteiligung auf. Sie können harmlos sein, aber andererseits auch ein Hinweis auf Schilddrüsenkrebs sein. Daher wird mittels einer Feinnadelpunktion untersucht, ob es sich um einen gutartigen oder einen bösartigen Knoten handelt. Durch die Punktion wird Gewebe entnommen und labortechnisch untersucht.

 

Ist ein großer Kropf (Struma) sichtbar, kann die Luft-und Speiseröhre eingeengt werden. Um das zu erkennen, wird meist ein Röntgenbild erstellt. Durch das Schlucken eines Kontrastmittels wird die Speiseröhre begutachtet.

 

Eine Übersicht über die Fachkliniken zur Schilddrüsendiagnostik finden Sie hier:

 

https://www.kliniken.de/suche?q=schilddr%C3%BCse

 

 

Text: Marajka Parplies / Quellen:

 

Hotze, Lothar-Andreas: Schilddrüse. Mehr wissen-besser verstehen, TRIAS Verlag, Stuttgart 2008.

 

Grassl, Johann: Ernährung bei Erkrankungen der Schilddrüse, Wilhelm Maudrich Verlag, Wien 2014.