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Herzinfarkt erkennen und behandeln

04.09.2017

Der Herzinfarkt, auch Myokardinfarkt genannt, wird durch einen unmittelbaren Verschluss, häufig durch ein Blutgerinnsel, ausgelöst. Wenn sich einer der großen Herzkranzgefäße verschließt, kann der Herzmuskel durch den Blutkreislauf nicht mehr mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen versorgt werden. Wenn es nicht innerhalb kurzer Zeit wieder zu einem normalen Versorgungsvorgang kommt, stirbt das nicht versorgte Herzmuskelgewebe ab. Dies führt dann zum Herzinfarkt.

Erste Anzeichen für einen Herzinfarkt können sein:

  • Brustschmerz
  • Kurzatmigkeit
  • Starke Unruhe
  • Schwindel
  • Übelkeit in Verbindung mit den anderen genannten Symptomen
  • Kalter Schweiß
  • Schmerzen im Kiefer, Hals, Armen, Rücken oder Magen

 

Rufen Sie sofort den Notarzt an, wenn Sie oder jemand anderes diese Warnzeichen haben. Es ist auch gut und wichtig zu wissen, dass ältere Menschen, Diabetiker und Frauen eher Symptome wie Kurzatmigkeit, Schwäche, Übelkeit und Erbrechen, Herzklopfen und Schwindel erleben - ohne jegliche Brustbeschwerden. Jede Minute ist kostbar. Wenn ein Herzinfarkt schneller behandelt wird, stirbt weniger Gewebe ab.

Viele Menschen haben einen angeborenen Herzfehler, der häufig unbemerkt bleibt. Lassen Sie regelmäßig bei Ihrem Hausarzt einen Check-Up machen, damit dieser rechtzeitig erkannt werden kann.

Ursachen

Hohes Cholesterin oder hoher Blutdruck, lang andauernder Stress und Rauchen sind nicht förderlich für die Herzgesundheit.  Zu viel Cholesterin verstopft Ihre Arterien und ein hoher Blutdruck lässt Ihr Herz schneller arbeiten. So nutzt es sich schneller ab. Die Chemikalien in Zigaretten beeinflussen die Blutgefäße und sorgen für eine schlechter Durchblutung und verminderten Sauerstoffaustausch in Ihrem Körper. Je mehr Sie rauchen, desto höher ist Ihr Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. 


Weitere Faktoren können einen Herzinfarkt wahrscheinlicher machen, einschließlich:

  • Diabetes
  • Übergewicht
  • Alkohol
  • Vererbung
  • Bluthochdruck

 
Diagnostizierter Herzinfarkt

Sobald der Notarzt eintrifft, wird der Patient nach der Erstversorgung in die Klinik gebracht. Dort wartet eine Reihe von Untersuchungen. Erst muss das Blutgerinnsel durch eine Injektion aufgelöst werden. Das muss schnell passieren, das Zeitfenster dafür ist nicht groß. Danach wird ein EKG gemacht und das Herz mit einem Ultraschallgerät untersucht. Durch eine Blutuntersuchung können gewisse Marker angezeigt werden, die zeigen, ob das Muskelgewebe geschädigt worden ist.

Nach der Diagnose

Ein Herzkatheter zeigt dem behandelten Arzt, wie der Herzmuskel arbeitet und ob nach wie vor Blutgefäße verengt sind. Sollte das der Fall sein, kann durch den Herzkatheter das verschlossene oder verengte Herzkranzgefäß wieder frei gemacht werden.
   
Therapie nach dem Herzinfarkt

In der Langzeittherapie werden durch Betablocker die Herzfrequenz und der Sauerstoffbedarf gesenkt

  • Gegen das Verklumpen der Blutplättchen helfen Thrombozytenaggreationshemmer und sorgen für einen guten Blutfluss
  • Gerinnungsfaktoren können durch Warfarin und Phenprocoumon gehemmt werden
  • Für die Entlastung des Herzens sorgen ACE-Hemmer
  • Rehabilitation

Nach einem Herzinfarkt sollte der Patient in der Rehabilitation einen allgemein gesünderen Lebensstil zu pflegen. Dazu gehören:

  • Ernährungstherapie
  • Bewegungstherapie 
  • Verzicht auf Genussmittel wie Alkohol und Tabak
  • Psychologische Betreuung

Eine Gesprächstherapie kann helfen, die Geschehnisse zu verarbeiten. Auch der richtige Umgang mit Stress kann mit einem Psychologenerarbeitet werden, da Stress auch durch Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol das Herz nachhaltig belasten.

Herzinfarkt: Neue Therapien

Bei neu entwickelten Therapiemethoden der Gesundheitsforschung liegt der Schwerpunkt auf  der Stammzellentherapie. Stammzellen werden in die betroffenen Bereiche des Herzmuskels injiziert und so kann neues Muskelgewebe aufgebaut werden. Jedoch gibt es noch keine aussagekräftigen Studien darüber.
Beschichtete Stents, also Metallgitter, die die Herzgefäße stützen öffnen die geschlossenen Arterien. Es gibt Stents aus Metall, aber auch medikamentenbeschichtete. Nach aktuellem Stand der Forschung lösen die beschichteten Stents weniger Entzündungen aus als zuvor und sind somit effektiver als die metallüberzogenen Stents. Diese sorgen für ein geringeres Risiko, erneut unter Gefäßverengungen und wiederholtem Herzinfarkt zu leiden.

Die richtigen Ansprechpartner zum Thema Herzgesundheit finden Sie hier:

https://www.kliniken.de/suche?q=herz


Quellen

Petra Roßmüller-Meister, Gabriela Schwarz: Herzinfarkt: Anzeichen, Diagnose und Behandlung, Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München 2014.