Krankheitsbilder 

Vorhofflimmern (Herzrhythmusstörung)

Autor: Dr. Eberhard Wiebringhaus, Kardiologe

Das Vorhofflimmern zählt zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen bei Erwachsenen. Bei jedem dritten Patienten tritt es ohne erkennbare Ursache und ohne vorher erkennbare Grundkrankheit auf. Eine gesunde Lebensweise hilft Erkrankungen, die zu Vorhofflimmern führen, zu vermeiden.

Das Herz eines wachen, nicht sportlich aktiven Erwachsenen schlägt mit einer Frequenz von 60 bis 100 Schlägen pro Minute. Beim Vorhofflimmern kommt es zu sehr rasch aufeinander folgenden, nicht geordneten Impulsen vom Vorhof an die Herzkammer. Vorhöfe und Kammern schlagen während des Vorhofflimmerns praktisch unabhängig voneinander und in unterschiedlicher Geschwindigkeit. Der Herzmuskel hat keine Zeit mehr, sich vollständig zusammenzuziehen und wieder auszuweiten, um den nächsten Pumpvorgang einzuleiten.

Die Vorhofflimmerfrequenz liegt zwischen 350 und 600 Schlägen pro Minute, was man mit einem unkontrollierten Zucken des Herzens vergleichen kann. Diese hohe Impulsfrequenz bewirkt, dass nicht mehr genügend Blut in die Herzkammern gepumpt wird. Dadurch ist die Blutmenge, die dem Kreislauf zugeführt wird, stark vermindert.

Das Vorhofflimmern kann als tachykarde (Herzkammern schlagen über 100 Schläge pro Minute), oder bradykarde (Herzkammern schlagen weniger als 60 Herzschlägen pro Minute) Herzrhythmusstörung auftreten. Es kann sich dabei um einen vorübergehenden (paroxysmalen) oder dauerhaften (permanenten) Zustand handeln. Hier besteht die Gefahr, dass sich im Vorhof Gerinnsel bilden, die mit dem Blut in das Gehirn transportiert werden und dort durch einen Gefäßverschluss einen Schlaganfall auslösen.

Vorhofflimmern tritt auf und verschwindet nach kurzer Zeit wieder. Mögliche organische Ursachen sind zum Beispiel Verkalkung der Herzkranzgefässe (Arteriosklerose), rheumatische und entzündliche Herzerkrankungen, Herzklappenfehler, koronarer Herzkrankheit (KHK) oder Herzinfarkt, Herzmuskelentzündung (Myokarditis), Bluthochdruck, Erkrankungen des Herzmuskels (Kardiomyopathien), Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), Nebenwirkung von Medikamenten, Stress, Übergewicht, Lungenembolie, hohes Alter sowie übermäßiger Alkohol- oder Koffeingenuss.

Bei zu schnellem Herzschlag (Tachykardie) kann es zu Symptomen führen wie ein Gefühl von Herzrasen, Luftnot, Schmerzen unter der Brust, eventuell auch Übelkeit, Unwohlsein und Unruhe. Bei verlangsamtem Herzschlag (Bradykardie) kann ebenfalls Schwindel auftreten. Tritt Vorhofflimmern erstmals auf, sind die Betroffenen körperlich oft wenig belastbar und verspüren Atemnot, Herzstolpern, Herzklopfen, Brustschmerzen sowie Beklemmungs- oder Angstgefühle.

„Vorhofflimmern tritt am häufigsten bei älteren Menschen auf. Die Erkrankung ist besonders dann gefährlich, wenn sie dauerhaft auftritt, also chronisch ist: Die Betroffenen haben dann ein siebenfach erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden.“

Bei einem schon länger bestehenden (chronischen) Vorhofflimmern haben sich die Betroffenen zumeist an die Rhythmusstörung angepasst, so dass sie die Symptome kaum mehr wahrnehmen. Wenn die Herzfrequenz stärker schwankt, kann dies jedoch schnell zu Beschwerden führen.

Diagnose

Zu Beginn der Diagnostik führt der Arzt eine ausführliche Befragung zur Krankheitsgeschichte (Anamnese) und eine körperliche Untersuchung durch. Hierbei ist es wichtig zu erfragen, unter welchen Umständen der Patient die Herzrhythmusstörungen bemerkt hat. Wesentlich ist auch die Nachfrage zu auslösenden Faktoren wie Alkoholgenuss, Schlafdefizit oder Operationen, bekannte Herz- oder Schilddrüsenerkrankungen, die Dauer und Häufigkeit vorheriger Episoden, die aktuellen Beschwerden während der Rhythmusstörung und bereits erfolgte Therapien oder Therapieversuche.

Nach der Anamnese stehen mehrere Möglichkeiten zur weiteren Diagnostik zur Verfügung. Durch ein Langzeit-EKG (Elektro-Kardiogramm), das in der Regel über 24 Stunden durchgeführt wird, kann die Herzabschlagfolge über einen längeren Zeitraum beurteilt und ausgewertet werden. Das Belastungs-EKG weist auf mögliche Herz-Arhythmien hin, die bei körperlicher Aktivität auftreten.

Kommt es zu Auffälligkeiten bei den oben genannten Tests, können weitere Untersuchungen erforderlich sein. Dazu gehören Röntgenaufnahmen des Brustkorbs, Ultraschalluntersuchung des Herzens zum Ausschluss von Herzerkrankungen oder eines Blutgerinnsels im Herzen. Eine Blutuntersuchung kann zudem Hinweise darauf geben, ob Erkrankungen des Herzens oder anderer Organe bestehen.

Bei der Diagnostik können verschiedene Arten des Vorhofflimmerns festgestellt werden: Beim paroxysmalen Vorhofflimmern treten wiederholte Episoden von Vorhofflimmern auf, die innerhalb von sieben Tagen aufhören. Das persistierende Vorhofflimmern hält länger als sieben Tage an. Es muss durch Kardioversion (Wiederherstellung des normalen Sinusrhythmus), durch Medikamente oder durch elektrische Impulse behandelt werden.

Die einzelnen Formen von Vorhofflimmern schließen sich aber nicht aus: So können bei einem Patienten wiederholt paroxysmales und gelegentlich persistierendes Vorhofflimmern auftreten.

Behandlungsmethoden

Die Behandlung von Vorhofflimmern ist von verschiedenen Faktoren abhängig und muss individuell entschieden werden. Mehrere Therapieoptionen stehen zur Verfügung.

Bei der medikamentösen Behandlung werden Antiarrhythmika (den Herzrhythmus regulierende Medikamente) und Antikoagulantien (blutgerinnungshemmende beziehungsweise Blut verdünnende Mittel wie Aspirin und Marcumar) verordnet. Bei einer spontanen Kardioversion reichen Betablocker, Verapamil oder Diltiazem. Bei der Kardioversion (Elektroschocktherapie) wird das Vorhofflimmern  in einen Sinusrhythmus (normalen Herzrhythmus) umgewandelt.

Beim Ablationsverfahren (Verödungstechniken) handelt es sich schließlich um ein minimal-invasives klinisches Verfahren, durch das ungünstig leitende Strukturen durch elektrische Impulse, die durch Venen ins Herz abgegeben werden, verödet und damit funktionsunfähig gemacht werden. Bei der Katheterablation werden die Gewebestellen am Herzmuskel zuerstört, die als Ursache für das Vorhofflimmern in Frage kommen. Desweiteren gibt es die Schrittmachertherapie, die vor allem bei Bradykardie (Langsamherzigkeit) angewendet wird.

Sofortmassnahmen bei Tachykardie (Schnellherzigkeit über 100 Schläge pro Minute) ohne organische Ursache sind Wasser trinken, Ruhe bewahren, Luft anhalten, Husten oder Bauchpressen wie beim Stuhlgang und Brechreiz hervorrufen. Diese Aktionen reizen einen bestimmten Nerv (Nervus vagus) und lassen das Herz unmittelbar zum Grundrhythmus zurückfinden.

Nachsorge

Muss eine Herzrhythmusstörung medikamentös therapiert werden, ist die regelmäßige Einnahme der Arzneimittel wichtig und notwendig. Dabei sollten die ärztlichen Vorgaben genau beachtet werden.

Bei einem Vorhofflimmern können sich in den Vorhöfen Thromben (Blutgerinnsel) bilden. Diese werden mit dem Blutstrom weggeschwemmt und können Gefäße verschließen (Embolie). Tritt dieser Fall ein, und werden Hals- oder Gehirnschlagadern verschlossen, führt dies zu einem Schlaganfall. Etwa jeder fünfte Schlaganfall ist auf Vorhofflimmern zurückzuführen.

Bedingt durch das mangelhafte Auspumpen des Blutes vom Vorhof in die Herzkammer kann es insbesondere bei älteren und herzschwachen Patienten zu einer verminderten Durchblutung der Organe kommen. Mögliche Komplikationen bei einem häufiger auftretenden Vorhofflimmern sind größere Schwankungen der Herzfrequenz bedingt durch die permanente Vorhoferweiterung.

Prävention

Behandlungsmethoden

Die Behandlung von Vorhofflimmern ist von verschiedenen Faktoren abhängig und muss individuell entschieden werden. Mehrere Therapieoptionen stehen zur Verfügung.

Bei der medikamentösen Behandlung werden Antiarrhythmika (den Herzrhythmus regulierende Medikamente) und Antikoagulantien (blutgerinnungshemmende beziehungsweise Blut verdünnende Mittel wie Aspirin und Marcumar) verordnet. Bei einer spontanen Kardioversion reichen Betablocker, Verapamil oder Diltiazem. Bei der Kardioversion (Elektroschocktherapie) wird das Vorhofflimmern  in einen Sinusrhythmus (normalen Herzrhythmus) umgewandelt.

Beim Ablationsverfahren (Verödungstechniken) handelt es sich schließlich um ein minimal-invasives klinisches Verfahren, durch das ungünstig leitende Strukturen durch elektrische Impulse, die durch Venen ins Herz abgegeben werden, verödet und damit funktionsunfähig gemacht werden. Bei der Katheterablation werden die Gewebestellen am Herzmuskel zuerstört, die als Ursache für das Vorhofflimmern in Frage kommen. Desweiteren gibt es die Schrittmachertherapie, die vor allem bei Bradykardie (Langsamherzigkeit) angewendet wird.

Sofortmassnahmen bei Tachykardie (Schnellherzigkeit über 100 Schläge pro Minute) ohne organische Ursache sind Wasser trinken, Ruhe bewahren, Luft anhalten, Husten oder Bauchpressen wie beim Stuhlgang und Brechreiz hervorrufen. Diese Aktionen reizen einen bestimmten Nerv (Nervus vagus) und lassen das Herz unmittelbar zum Grundrhythmus zurückfinden.

Nachsorge

Muss eine Herzrhythmusstörung medikamentös therapiert werden, ist die regelmäßige Einnahme der Arzneimittel wichtig und notwendig. Dabei sollten die ärztlichen Vorgaben genau beachtet werden.

Bei einem Vorhofflimmern können sich in den Vorhöfen Thromben (Blutgerinnsel) bilden. Diese werden mit dem Blutstrom weggeschwemmt und können Gefäße verschließen (Embolie). Tritt dieser Fall ein, und werden Hals- oder Gehirnschlagadern verschlossen, führt dies zu einem Schlaganfall. Etwa jeder fünfte Schlaganfall ist auf Vorhofflimmern zurückzuführen.

Bedingt durch das mangelhafte Auspumpen des Blutes vom Vorhof in die Herzkammer kann es insbesondere bei älteren und herzschwachen Patienten zu einer verminderten Durchblutung der Organe kommen. Mögliche Komplikationen bei einem häufiger auftretenden Vorhofflimmern sind größere Schwankungen der Herzfrequenz bedingt durch die permanente Vorhoferweiterung.

Prävention

„Dem Vorhofflimmern selbst kann man nicht vorbeugen, wohl aber den Erkrankungen, die zu Vorhofflimmern führen. Eine ausgewogene Ernährung, körperliche Betätigung, Reduktion von Übergewicht, Rauchfrei und Alkohol in Maßen sind ein wichtiger Bestandteil der Prävention.“

Zeichen von Herzschwäche wie Luftnot, Angina Pectoris oder Kurzatmigkeit sollten immer ernst genommen werden. Ebenso ist es wichtig, den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren und einen Diabetes gut einzustellen.

Wenn Herzrhythmusstörungen neu auftreten oder tage- und wochenlang anhalten, sollte ihre Ursache abgeklärt werden. Bestehen neben den Herzrhythmusstörungen weitere Symptome wie Luftnot, Engegefühl oder Schmerzen im Brustkorb, ist unverzüglich ärztliche Hilfe aufzusuchen.

 Klinikverzeichnis 

Dr. Eberhard Wiebringhaus,
Oberarzt und Leiter der Kardiologischen Abteilung im Bethesda Krankenhaus Wuppertal

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Klinikverzeichnis mit der Diagnose Herzrhythmusstörung

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