Krankheitsbilder 

Tinnitus - Das "Klingeln im Ohr"

Autor: Prof. Dr. med. Irenäus A. Adamietz

Der Begriff Tinnitus oder auch Tinnitus aurium (lat. "das Klingeln im Ohr") bezeichnet ein Ohrgeräusch, das nur der Betroffene selbst wahrnimmt. In den meisten Fällen lässt sich dieses Geräusch keiner objektiven Schallquelle zuordnen.
Diese Wahrnehmung beruht auf einer Störung der Hörfunktion – der Höreindruck beim Tinnitus hat dabei nichts gemeinsam mit der Schallwahrnehmung. Heute ist bekannt, dass Patienten mit Tinnitus eine veränderte Aktivität in unterschiedlichen Gehirnarealen bieten, die nicht eigentlich dem Hörprozess zuzuordnen sind. Diese übermäßige Aktivität in emotional wesentlichen Schaltzentralen des Gehirns (Cc. Amygdala) ist für die Bewertung des Tinnitus und die oftmals subjektive Beeinträchtigung durch das wahrgenommene Geräusch entscheidend.
Oftmals geht Tinnitus mit seelischen Begleiterscheinungen einher. Betroffene können häufig gereizt, müde oder unkonzentriert sein. Tinnitus-Patienten fällt es außerdem schwerer ein- und durchzuschlafen. Bleibt das Ohrgeräusch dauerhaft bestehen, findet sich ein Teil der Patienten mit diesem Ohrgeräusch ab (über 90%), ein anderer Teil (2-5%) wird krank und in der Lebensqualität erheblich eingeschränkt.

Tinnitus bezeichnet ein Symptom  und keine eigenständige Krankheit, auf dieses Symptom müssen wir aufmerksam werden, um zu den Behandlungsansätzen für die Patienten zu finden.
Das Geräusch funktioniert wie ein subjektiv wahrgenommenes Warnzeichen im Ohr. Tinnitus zeigt an, dass auf der körperlichen, funktionalen oder seelischen Ebene etwas aus der Balance geraten ist.

Verschiedene Ansätze zur "Ganzheitlichkeit"

In der Medizin und in der Pflegewissenschaft lassen sich grob zwei Typen "ganzheitlicher" Ansätze unterscheiden:

  • holistische Theorien, welche die Auffassung vertreten, dass die Eigenschaften des Ganzen nicht durch die Eigenschaften der isolierten Teile erklärt werden können und deshalb Ganzheiten zur Erklärung komplexer Systemen herangezogen werden müssen – hier wird der Mensch als „bio-psycho-soziales Wesen” mit den weiteren „Systembestandteilen (…) Umwelt, Geist / Spiritualität und kosmische Energien sowie (…) entwicklungsspezifischen Variablen” angesehen;
  • pragmatischere Betrachtungsweisen, welche versuchen, mehrere Problembereiche mit ihren Verknüpfungen zu sehen und eine einseitige Betonung einzelner Aspekte zu vermeiden. Als Ziel der Betreuung und Behandlung wird „die umfassende Berücksichtigung aller Aspekte des Krankseins unter Beachtung der Lebensbedingungen des Patienten, seiner Vorstellung von Krankheit und Gesundheit sowie seiner Wünsche, am Behandlungsprozess teilzunehmen oder sich in ihm passiv zu verhalten”, gefordert. Ganzheitlichkeit habe „also wesentlich den kranken Patienten, das Kranksein” im Blick, nicht in erster Linie „die Krankheit”.

Am Deutschen Tinnitus-Zentrum(DTZ) wird nicht die "Erkrankung" Tinnitus in den Mittelpunkt gestellt, sondern der Patient selbst. Der Tinnitus ist lediglich ein Symptom oder exakter: das Ergebnis eines körperlichen, seelischen oder funktionellen Ungleichgewichts in ihrer Ganzheit als Person.

Unsere Aufgabe ist es demnach, Sie von allen Seiten zu "durchleuchten", d.h. körperlich, organisch, seelisch und ebenso in Ihrem sozialen Umfeld, um die möglichen Ursachen für Ihre Tinnitusform zu begreifen und therapieren zu können.
Um das zu realisieren, benötigen wir viel Zeit miteinander zuerst während des Diagnostik-Moduls danach in ihrem persönlichen Therapie-Modul.
Je gründlicher wir fragen, untersuchen und interviewen, um aus diesen Ergebnissen eine Diagnose und schließlich eine für sie "passende" Therapie zu entwickeln, desto passender und erfolgreicher wird diese Therapie für Sie sein.

Interprofessionalität

Interprofessionelle Kooperation bedeutet ganz allgemein, das eigene Arbeitsverhalten mit dem Arbeitsverhalten und den Arbeitsabläufen anderer Berufsgruppen auf ein gemeinsames Ziel hin abzustimmen.
Sowohl im alltäglichen als auch im wissenschaftlichen Sprachgebrauch finden sich weitere Bezeichnungen mit gleicher oder ähnlicher Bedeutung. Oft ist die Rede von interdisziplinärer Kooperation, von multiprofessioneller oder transdisziplinärer Zusammenarbeit oder vom interdisziplinären Team.

Wie aus Interprofessionalität "Ganzheitlichkeit" wird

Das Verhältnis von Schulmedizin und alternativen medizinischen Konzepten – in der Regel als Komplementärmedizin bezeichnet – ist in Deutschland zumindest auf der fachlichen Ebene seit langem von gegenseitigem Misstrauen, Abgrenzung, teilweise Ablehnung geprägt.
Von einer sinnvollen Kooperation oder gar Integration verschiedener medizinischer Grundkonzepte kann bisher nicht die Rede sein. Allenfalls gibt es eine Art von Koexistenz und Toleranz, bei der an medizinischen Fakultäten fast ausschließlich Schulmedizin vermittelt und angewendet wird, in weiten Bereichen der ambulanten medizinischen Versorgung dagegen der Nutzen von Komplementärmedizin und vor allem das Verlangen der Patienten danach erkannt wurde und die "alternative Medizin" Anwendung findet.
Am Deutschen Tinnitus Zentrum ist es uns gelungen diese Trennung zu überwinden. Wir haben ein interdisziplinäres Team geschaffen in dem Komplementärmedizin, Schulmedizin und Pflege auf Augenhöhe gemeinsam zum Wohl unserer Patienten Verantwortung übernehmen und handeln bzw. behandeln.

Interdisziplinäre Diagnose und Therapie

Eine Besonderheit des Deutschen Tinnitus Zentrums ist, dass unsere Patienten interdisziplinär diagnostiziert und therapiert werden, d.h. Ärzte und Therapeuten verschiedenster Fachdisziplinen sowie Pflege tragen ihren Anteil zur Abklärung der Beschwerden bei und entwickeln gemeinsam mit dem Patienten sein individuelles multimodales Therapie- und Behandlungsprogram.
Echte interdisziplinäre Arbeit bedeutet gemeinsame Verantwortung, gemeinsame Untersuchung und Erhebung von Befunden mit ständigem Informations- und Abstimmungsprozess innerhalb des Teams.
Wirkungsvoll möglich ist dies nur in einem Zentrum, in dem alle Spezialisten unter „einem Dach“ zusammen arbeiten und jeder Fachspezialist von den anderen Disziplinen Kenntnis hat bzw. einschätzen kann, wo ihn die anderen Kollegen ergänzen können.
Die meisten unserer Patienten haben bereits mehrere Ärzte, Hausärzte und Fachspezialisten aufgesucht die Ergebnisse im Einzelnen betrachtet und keinen nennenswerten Behandlungserfolg erzielt. In der Regel kann nur eine sorgfältige Aufarbeitung der bisherigen Erkenntnisse und Behandlungen mit einer sorgfältigen aktuellen ganzheitlichen Untersuchung und Befundaufnahme zum Ziel der Heilung oder spürbaren Linderung führen.
Von Anfang an sind unsere Patienten Teil des Behandlungsteams, denn ohne ihr Mittun ist eine andauernde und stabile Besserung des Symptoms Tinnitus nicht zu erreichen.

"Ganz-Körper-Checkup"

Während unseres Diagnostikmoduls durchlaufen Sie innerhalb von 24 Stunden nach der ausführlichen Eingangsdiagnostik aus "Ganz-Körper-Checkup" und umfassender HNO-Ärztlicher Untersuchung, sämtliche Fachdisziplinen die Sie bei der Bewältigung Ihres persönlichen "Tinnitus" unterstützen können.

Tinnitus und Präzisionsstrahlentherapie

am Deutschen CyberKnife Zentrum in Soest in Kooperation mit dem Deutschen Tinnitus-Zentrum.
Tinnitus kann bekanntlich auch durch eine Entzündung "im Ohr" ausgelöst werden. Die Verminderung der entzündlichen Reaktion spielt in der Behandlung des Tinnitus eine wichtige Rolle. Die heilende Wirkung der Strahlentherapie bei den entzündlichen Erkrankungen ist hinreichend belegt und als Pseudocortisoneffekt bekannt.
Eine der Begleiterscheinung der Durchblutungsstörungen ist eine, mehr oder weniger ausgeprägte, perivaskuläre und perineurale entzündliche Komponente. Der antientzündliche Effekt der Strahlentherapie kann mit minimalen Strahlendosen erreicht werden und ist aufgrund der Begrenzung auf den kleinsten Raum sehr schonend.

 Klinikverzeichnis 

Klinikverzeichnis mit der Diagnose Tinnitus

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