Krankheitsbilder 

Schlafapnoe

Autor: Prof. Dr. Bernd Sanner

Die Schlafapnoe ist eine Schlafstörung, bei der es während des Schlafs zu Atemstillständen (Apnoen) kommt. Vor allem Männer sind davon betroffen. Dieses Syndrom muss rasch behandelt werden, um ernsthafte Erkrankungen zu verhindern.

Es werden zwei Formen der Schlafapnoe unterschieden: In 90 Prozent aller Erkrankungen liegt eine so genannte obstruktive Schlafapnoe vor: Sie äußert sich durch Schnarchen mit Atemaussetzern.

Der häufigste Grund dafür ist, dass die oberen Atemwege verengt sind. Es kann aber auch passieren, dass die Atemwege durch einen Kollaps der oberen Atemwege verlegt sind, weil die Schlundmuskulatur während des Schlafes erschlafft. Für das Schnarchen ist ein Erschlaffen der Rachenmuskulatur verantwortlich, das die Atmung während des Schlafens behindert. Je stärker sich die Atemwege verengen, desto größer ist die Gefahr, dass es zu längeren Atempausen während des Schlafens kommt.

Viel seltener tritt dagegen die zentrale Schlafapnoe auf: Bei dieser Form der Schlafapnoe ist eine Atemregulationsstörung durch Gehirn oder Nerven die Ursache für die Atemstillstände.

Diagnose

Ein Schlafapnoe-Syndrom zu erkennen, ist sehr wichtig, da es unbehandelt zu ernsthaften Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder sogar zum Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann. Denn durch die Atemstillstände sinken der Sauerstoffgehalt im Blut, der Puls und der Blutdruck.

Sobald eine Unterversorgung mit Sauerstoff droht, löst das Gehirn eine Weckreaktion aus, um ein Ersticken zu verhindern. Diese lebenserhaltenden Weckreaktionen, die oft mehrmals pro Stunde vorkommen, unterbrechen die Tiefschlafphase, wodurch die Schlafqualität erheblich beeinträchtigt wird: Der Schlaf ist nicht mehr erholsam.

„Wird eine Schlafapnoe nicht behandelt, kann das durchaus schwere Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Vor allem das Herz-Kreislauf-System wird stark belastet.“

Anzeichen, die auf eine schlafbedingte Erkrankung hinweisen, sollten deshalb ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden: Verminderte Leistungsfähigkeit, Tagesmüdigkeit und Einschlafneigung am Tag, laute Atemgeräusche in der Nacht, Kopfschmerzen, Schwindel oder Mundtrockenheit beim Erwachen sowie Bluthochdruck mit unklarer Ursache, können auf eine Schlafapnoe hindeuten.

Für eine konkrete Diagnose überweisen Hausärzte ihre Patienten in der Regel in ein Schlaflabor. Neben einer ausführlichen Erfassung der ganzheitlichen Krankengeschichte des Patienten wird dort dann über Nacht eine so genannte polysomnografische Messung vorgenommen, mit der der Schlaf der Patienten umfassend untersucht wird: Gemessen werden die Hirnströme, die Augenbewegungen, die Muskelaktivität, der Atemstrom und -bewegungen sowie die Sauerstoffsättigung des Blutes.

Zusätzlich erstellten die Schlafmediziner ein EKG, analysieren die Schnarchgeräusche und zeichnen das Schlafverhalten per Video auf. So werden Anzahl und Dauer der Atempausen ermittelt und anhand eines so genannten Apnoe-Index (AI) errechnet. Der Index zeigt an, wie viele Atemstillstände durchschnittlich pro Schlafstunde auftreten.

Eine obstruktive Schlafapnoe kann unterschiedliche Ursachen haben: Übergewicht ist ein häufiger Grund, ebenso Alkohohl- und Schlafmittelkonsum vor dem Schlafengehen. Aber auch Polypen oder eine Nasenscheidewandverkrümmung können zu einer Schlafapnoe führen.

Behandlungsmethoden

Diese Ursachen lassen sich in der Regel mit einfachen Methoden behandeln. Schlafapnoe-Patienten hilft oft schon eine Gewichtsreduktion. Außerdem sollten sie vor dem Schlafen keine Beruhigungs- und Schlafmittel einnehmen und auf Alkohol und Nikotin verzichten. Eine seitliche Schlafposition hilft ebenfalls, Schnarchen zu vermeiden.

„Leichterte Fälle lassen sich durch eine geeignete Lebensführung behandeln. Wer stärkere Probleme hat, sollte über Nacht eine Atemmaske tragen. Manche Ursachen der Schlafapnoe lassen sich auch durch chirurgische Eingriffe beheben.“

Reichen diese Maßnahmen nicht aus, sollte über Nacht das Tragen einer Atemmaske – entweder einer Nasen- oder Vollgesichtsmaske – in Erwägung gezogen werden. Die Maskenbeatmung erzeugt einen Überdruck, durch den die Atemwege während des Schlafs offen gehalten werden. Das verhindert das Schnarchen und die Atempausen. Im Schlaflabor bekommt der Patient eine solche Atemmaske individuell angepasst und den Umgang mit der Maske erklärt.

Auch Nasenpflaster und Beißschienen können helfen, die Atmung während des Schlafens zu verbessern. Eine Beißschiene wird eingesetzt, um den Unterkiefer daran zu hindern, während des Schlafs abzusacken. In manchen Fällen macht eine Operation Sinn, zum Beispiel um Atemhindernisse wie ein erschlafftes Gaumensegel oder ein vergrößertes Gaumenzäpfchen zu entfernen. Auch Nasenpolypen oder eine verkrümmte Nasenscheidewand können entfernt beziehungsweise begradigt werden.

Nachsorge

Bei leichten Fällen einer obstruktiven Schlafapnoe, die beispielsweise auf Übergewicht oder Alkoholkonsum zurück zu führen sind, sollte eine gesündere Lebensweise auch dann beibehalten werden, wenn die Atemstillstände nachts nicht mehr auftreten. Patienten, die ein nasales Atemgerät erhalten haben, müssen diese meistens auch zuhause kontinuierlich weiterbenutzen. Zudem ist die Nachkontrolle sehr wichtig: Ein- bis zweimal jährlich sollten Patienten auch nach erfolgreicher Therapie eine Messung im Schlaflabor vornehmen lassen.

Prävention

Die beste Vorsorge ist eine gesunde Lebensführung, das heißt: Übergewicht reduzieren und auch langfristig vermeiden, wieder Pfunde zuzulegen. Wichtig ist auch, nur in Maßen zu rauchen und auch möglichst wenig Alkohol und Schlafmittel zu sich zu nehmen.

 Portrait 

Prof. Dr. Bernd Sanner,
Bluthochdruckspezialist und Chefarzt der Medizinischen Klinik am Bethesda Krankenhaus Wuppertal

 Klinikverzeichnis 

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