Krankheitsbilder 

Bluthochdruck (Hypertonie)

Autor: Prof. Dr. Bernd Sanner

Bluthochdruck ist eine tückische Krankheit. Bevor sie diagnostiziert wird, hat sie oft schon jahrelang unbemerkt den Körper geschädigt. Wer sich viel bewegt und salzarm isst, schützt sich am besten.

Der Blutdruckwert zeigt an, mit welchem Druck das Blut durch die Arterien fließt. Der ideale Blutdruck liegt nach Angaben der Deutschen Hochdruckliga bei 120/80 mmHg. Bei der Blutdruckmessung werden zwei Werte gemessen: der systolische (obere) Wert und der diastolische (untere) Wert. Wenn der Druck in den Arterien einen systolischen Wert von 140 mmHg und/oder einen diastolischen Wert von 90 mmHg übersteigt, spricht der Fachmann von Bluthochdruck.

Die Erkrankung rechtzeitig zu erkennen, gestaltet sich oft problematisch, da ein Patient mit hohem Blutdruck meist über lange Zeit keinerlei Symptome aufweist, sich sogar oft besonders leistungsfähig und fit fühlt. In vielen Fällen wird Bluthochdruck erst diagnostiziert, wenn bei dem Patienten Beschwerden auftreten, also wenn die Erkrankung bereits zu Arterienverengung und damit zu gesundheitlichen Schäden geführt hat.

Erste Warnhinweise für einen erhöhten Blutdruck können jedoch Kopfschmerzen, Schwindel, Nasenbluten, Brustschmerzen, Kurzatmigkeit oder Sehbehinderungen sein. Diese Symptome sollten unbedingt ernst genommen und durch einen Check beim Hausarzt untersucht werden.

„Es ist bekannt, dass ein gut eingestellter Bluthochdruck das Risiko für Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall deutlich verringert. Von 20 Millionen Bundesdeutschen mit Bluthochdruck wissen allerdings nur etwas mehr als die Hälfte von ihrer Erkrankung.“

Diagnose

Um Bluthochdruck zu diagnostizieren, haben Mediziner unterschiedliche Möglichkeiten: Zunächst führen wir ein ausführliches Patientengespräch, eine körperliche Untersuchung und mehrere Blutdruckmessungen durch. Eine weitere Untersuchung, die genaueren Aufschluss über den Zustand des Patienten gibt, ist eine Langzeitblutdruckmessung, bei der eine Blutdruckmanschette über 24 Stunden am Arm bleibt und in bestimmten Abständen automatisch den Blutdruck misst. Weiterhin führen wir eine Blut- und Urinuntersuchung, ein Belastungs-EKG oder Ultraschalluntersuchungen des Herzens durch.

Behandlungsmethoden

Nicht immer sind Medikamente zwingend notwendig, um den Blutdruck zu regulieren. In vielen Fällen sind bestimmte Lebensgewohnheiten des Patienten für die Erkrankung verantwortlich.

Die beste Behandlung ist die Vorbeugung, damit gar nicht erst Bluthochdruck entsteht: Übergewicht sowie der übermäßige Genuss von Alkohol und Zigaretten sind Risikofaktoren für einen erhöhten Blutdruck. Auch die Ernährung spielt einen große Rolle: Sie solle gesund und salzarm sein. Auch sportliche Betätigung und Entspannungstraining beeinflussen den Blutdruck positiv.

„Nicht jede Sportart eignet sich für Patienten mit Bluthochdruck. Moderates Ausdauertraining wie Fahrradfahren ist sinnvoll. Ein medizinischer Check-Up sollte aber vorab gemacht werden.“

Allerdings ist nicht jede Sportart für einen Bluthochdruckpatienten geeignet. Eine starke sportliche Belastung ist nicht zu empfehlen, weil dadurch das Herz stärker pumpen muss und der Blutdruck ansteigt. Moderates Ausdauertraining wie Fahrradfahren oder Walken hilft jedoch, den Blutdruck langfristig zu senken. Dennoch sollte sich jeder Bluthochdruckpatient zunächst gründlich medizinisch untersuchen lassen, bevor er mit dem Sport beginnt.

Wenn eine Umstellung der Lebensgewohnheiten allein nicht ausreicht, empfiehlt sich eine Behandlung mit blutdrucksenkenden Medikamenten wie Diuretika, Betablockern, ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Antagonisten oder Kalziumantagonisten. Häufig kann auch eine Kombination verschiedener Medikamente im Rahmen einer individuellen Behandlung sinnvoll sein.

Nachsorge

Bluthochdruck muss kontinuierlich kontrolliert und in der Regel ein Leben lang behandelt werden. Dazu gehört auch, einen gesunden Lebensstil beizubehalten und Medikamente immer wieder neu anzupassen, wenn sich die Blutdruckwerte verbessern, verschlechtern oder Nebenwirkungen auftreten. Patienten sollten allerdings niemals eigenmächtig Blutdruckmedikamente absetzen. Eine gefährliche Blutdruckkrise, bei der der Blutdruck schlagartig in die Höhe steigt, kann sonst die Folge sein.

Prof. Sanner im Gespräch mit einer Patientin

Wer bereits ein Bluthochdruck-Patient ist, sollte seinen Blutdruck zuhause regelmäßig mit Handgelenk- oder Oberarmmessgeräten kontrollieren und ein Blutdruckprotokoll führen. Dabei gilt es, einige Regeln zu beachten: Vor der Messung sollte der Patient fünf Minuten lang ruhig gesessen haben. Die Manschette sollte auf Herzhöhe sein. Die Nutzer sollten auch darauf achten, dass sie die richtige Manschettengröße für den Armumfang wählen. Denn zu kleine Manschetten können die Ergebnisse verfälschen, weil sie zu erhöhte Blutdruckwerte anzeigen! Ein Blutdruckmessgerät für den Heimgebrauch sollte außerdem unbedingt mit einem Prüfsiegel, zum Beispiel von der Deutschen Hochdruckliga, versehen sein.

Prävention

Eine gesunde Lebensführung ist ein wichtiger Faktor für einen gesunden Blutdruck. Das Reduzieren von Übergewicht, eine salz- und fettarme Ernährung, gemäßigter Alkoholgenuss, der Verzicht aufs Rauchen sowie regelmäßige Bewegung und Entspannungsphasen helfen, Bluthochdruck zu vermeiden.

 Portrait 

Prof. Dr. Bernd Sanner,
Bluthochdruckspezialist und Chefarzt der Medizinischen Klinik am Bethesda Krankenhaus Wuppertal und Sprecher der Sektion Hochdruckdiagnostik der Deutschen Hochdruckliga.

 Klinikverzeichnis 

Klinikverzeichnis mit der Diagnose Hypertonie

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