Pflegetagebuch 

 Informationen 

Pflegetagebuch

Das Pflegetagebuch dient Pflegebedürftigen, Angehörigen und Gutachtern zur Einstufung der Pflegebedürftigkeit. Es sollte ein bis zwei Wochen vor einem Begutachtungstermin durch die pflegebedürftige Person bzw. einen Angehörigen, ausgefüllt werden. Bei der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK), den Medizinischen Dienst der privaten Pflegepflichtversicherung (MEDICPROOF) oder einen anderen Gutachter, entscheidet der mit dem Pflegetagebuch ermittelte Zeitaufwand über Einstufung in eine Pflegestufe.

 Verwaltung 

Verwaltung des Pflegetagebuchs

Das Pflegetagebuch soll den täglichen Pflegeaufwand widerspiegeln. Es hält den Pflegeaufwand in der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität und hauswirtschaftliche Versorgung) fest. Für eine solide Begründung der Pflegebedürftigkeit sollte das Tagebuch eine bis zwei Wochen vor dem Begutachtungstermin regelmäßig geführt werden. Neben der Dauer der Verrichtung sollten alle Besonderheiten aufgeführt werden. Einige können zu einem erhöhten Pflegeaufwand führen.

Diese vier Fragen sollten bei jedem Eintrag in das Pflegetagebuch beantwortet werden:

  1. Wie läuft die Unterstützung bei einer Tätigkeit ab? Welche Schritte führen Sie nacheinander aus?
  2. Müssen Sie der pflegebedürftigen Person erklären, was sie tun soll?
  3. Was ist daran besonders schwierig?
  4. Was kann die pflegebedürftige Person selbst machen? Warum ist es dennoch erforderlich, dass Sie währenddessen bei ihr bleiben?

Wird bei der Verrichtung einer Tätigkeit die Hilfe einer zweiten Person benötigt, wird dies im Pflegetagebuch als doppelter Zeitaufwand festgehalten.

Einige Besonderheiten können die Pflege erschweren:

  • mehr als 80 Kilogramm Körpergewicht
  • eingeschränkte Beweglichkeit, Versteifung oder Fehlstellung der Arm- und Beingelenke
  • hochgradige Spastiken, z.B. Lähmungen nach einem Schlaganfall
  • einschießende unkontrollierte Bewegungen
  • eingeschränkte Belastbarkeit wegen einer schweren Herzschwäche mit Atemnot und Wassereinlagerungen
  • Schluckstörungen oder Störungen der Mundmotorik,  Atemstörungen
  • Abwehrverhalten oder fehlende Kooperation mit Behinderung der Übernahme von Pflegetätigkeiten (beispielsweise bei geistigen Behinderungen und psychischen Erkrankungen)
  • stark eingeschränkte Sinneswahrnehmungen (Sehen, Hören)
  • starke, andauernde Schmerzen
  • pflegebehindernde räumliche Wohnverhältnisse
  • Zeitaufwand durch notwendigen Hilfsmitteleinsatz (beispielsweise fahrbare Lifter, Decken- oder Wand-Lifter)

Darüber hinaus sollte die pflegende Person bei dem Begutachtungstermin auf jeden Fall anwesend sein, um eventuelle Rückfragen beantworten zu können. Aktuelle Arzt- und Krankenhausberichte, eine Liste aller benötigten Pflegehilfsmittel und Medikamente und die Adresse der Hausarztpraxis sollten bei dem Termin verfügbar sein.

 Einstufung der Pflegebedürftigkeit 

Die Pflegestufe einer pflegebedürftigen Person richtet sich nach dem Hilfebedarf, welcher auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate erforderlich sein wird. Sie bezieht die Hilfe bei gewöhnlich und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im täglichen Leben ein. Diese bezieht Tätigkeiten der Körperpflege, Ernährung, Mobilität, hauswirtschaftliche Versorgung und weitere Formen der Hilfe mit ein. In der folgenden Tabelle wird Versorgung in Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung zusammengefasst. Je nach Zeitaufwand, welcher für die verschiedenen Tätigkeiten aufgewendet werden muss, werden die/der Pflegebedürftige in eine Pflegestufe eingruppiert. Zukünftig wird es anstatt der drei Pflegestufen, fünf Pflegegrade geben, deswegen kann sich diese Tabelle in Zukunft ändern.

 Grundpflege und hauswirtschaftlichen VersorgungAspekte im Einzelnen
Körperpflege> Waschen, Duschen, Baden (am Waschbecken, im Bett; inklusive Vorbereitungen  sowie Abtrocknen)
> Zahnpflege, Kämmen, Rasieren
> Darm- und Blasenentleerung
Ernährung> Mundgerechte Nahrungszubereitung (ohne Kochen, Tischdecken)
> Nahrungsaufnahme (fest, breiig, flüssig, auch Verabreichung von Sondennahrung, Verwendung  von  Besteck)
Mobilität> Selbständiges Aufstehen und Zubettgehen (sowie Umlagern von bettlägerigen Personen)
> An- und Auskleiden (auch Anlegen von Prothesen sowie Kompressionsstrümpfen ab Klasse 2)
> Gehen, Stehen, Treppensteigen oder Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung
Hauswirtschaftliche Versorgung> Einkaufen inklusive Planen des Einkaufs
> Kochen
> Wohnungsreinigung (hierzu gehört auch das Bettenmachen)
> Spülen (manuell oder maschinell)
> Wechseln/Waschen der Kleidung und Wäsche (hierzu gehört auch das Bettenbeziehen)
> Beheizen (hierzu gehört auch das Beschaffen und Entsorgen des Heizmaterials)
Formen  der Hilfe > Unterstützung: Pflegebedürftige Person wird durch die Bereitstellung sächlicher Hilfen (z.B. Bereitstellung eines Rollators, Bereitlegen von Kleidungsstücken) in die Lage versetzt, eine Verrichtung selbständig durchzuführen.
> Teilweise  Übernahme: Die Pflegeperson übernimmt den Teil der Verrichtungen, den die Pflegebedürftige oder der selbst nicht mehr durchführen kann.
> Vollständige Übernahme: Die Pflegeperson übernimmt alle Verrichtungen, die die oder der Pflegebedürftige selbst nicht durchführen kann. Das heißt, die oder der Pflegebedürftige liefert keinen eigenständigen Beitrag zur Verrichtung.
> Anleitung und Beaufsichtigung: Ziel ist, dass die oder der Pflegebedürftige tägliche Verrichtungen selbst durchführt und die Pflegeperson sie dabei entweder anleitet (anregen, lenken, demonstrieren) oder beaufsichtigt (Sicherheit gewährleisten), damit die oder der Pflegebedürftige die Verrichtungen des täglichen Lebens in sinnvoller Weise selbst durchführen kann.

 Pflegetagebuch als PDF 

Drucken Sie sich das die Vorlage für die persönhlichen Angaben und für das Pflegetagebuch aus um diese auszufüllen.

Persönliche Angaben

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