Kriterien für die Bewertung von Pflegeheimen 

Bewertung von Pflegeheimen

In regelmäßigen Abständen überprüft der MDK alle stationären Alten- und Pflegeheime und die ambulanten Pflegedienste nach 77 vorgegeben gegebenen Kriterien; diese teilen sich in folgende 5 Qualitätsbereiche:

Die Ergebnisse der Qualitätsbereiche werden mit Schulnuten bewertet und am Ende als Transparenzbericht veröffentlicht. Dabei erhält jeder einzelne Bereich eine eigene Schulnote. Aus den ersten vier Bereichen wird dann eine Durchschnittsnote gebildet und als Pflegenote veröffentlicht. Die Note der Brafung der Bewohner fließt nicht mit in das Endergebnis ein.

Bei den folgenden Kriterien 1 - 32 handelt es sich um besonders bedeutsame Aspekte der Pflege. Die Bewertung gibt Auskunft, bei wie vielen Bewohnern in der Prüfung die Qualitätsanforderungen erfüllt oder nicht erfüllt worden sind.

Qualitätsbereich 1 - Pflege und medizinische Versorgung

  1. Wird das individuelle Dekubitusrisiko erfasst?
  2. Werden erforderliche Dekubitusprophylaxen durchgeführt?
  3. Sind Ort und Zeitpunkt der Entstehung der chronischen Wunde/des Dekubitus dokumentiert?
  4. Erfolgt eine differenzierte Dokumentation bei chronischen Wunden oder Dekubitus?
  5. Basieren die Maßnahmen zur Behandlung der chronischen Wunden oder des Dekubitus auf dem aktuellen
    Stand des Wissens?
  6. Werden die Nachweise zur Behandlung chronischer Wunden oder des Dekubitus (z. B. Wunddokumentation) ausgewertet, ggf. der Arzt informiert und die Maßnahmen angepasst?
  7. Werden individuelle Ernährungsrisiken erfasst?
  8. Werden bei Einschränkung der selbständigen Nahrungsversorgung erforderliche Maßnahmen bei
    Ernährungsrisiken durchgeführt?
  9. Ist der Ernährungszustand angemessen im Rahmen der Einwirkungsmöglichkeiten der stationären Einrichtung?
  10. Werden individuelle Risiken bei der Flüssigkeitsversorgung erfasst?
  11. Werden erforderliche Maßnahmen bei Einschränkungen der selbständigen Flüssigkeitsversorgung
    durchgeführt?
  12. Ist die Flüssigkeitsversorgung angemessen im Rahmen der Einwirkungsmöglichkeiten der stationären
    Einrichtung?
  13. Erfolgt eine systematische Schmerzeinschätzung?
  14. Kooperiert die stationären Einrichtung bei Schmerzpatienten eng mit dem behandelnden Arzt?
  15. Erhalten Bewohner mit chronischen Schmerzen die ärztlich verordneten Medikamente?
  16. Werden bei Bewohnern mit Harninkontinenz bzw. mit Blasenkatheter individuelle Risiken und Ressourcen erfasst?
  17. Werden bei Bewohnern mit Inkontinenz bzw. mit Blasenkatheter die erforderlichen Maßnahmen
    durchgeführt?
  18. Wird das individuelle Sturzrisiko erfasst?
  19. Werden bei Bewohnern mit erhöhtem Sturzrisiko erforderliche Prophylaxen gegen Stürze durchgeführt?
  20. Wird die Notwendigkeit der freiheitseinschränkenden Maßnahmen regelmäßig überprüft?
  21. Liegen bei freiheitseinschränkenden Maßnahmen Einwilligungen oder Genehmigungen vor?
  22. Ist bei Bedarf eine aktive Kommunikation mit dem Arzt nachvollziehbar?
  23. Entspricht die Durchführung der behandlungspflegerischen Maßnahmen der ärztlichen Anordnung?
  24. Entspricht die Medikamentenversorgung den ärztlichen Anordnungen?
  25. Entspricht die Bedarfsmedikation den ärztlichen Anordnungen?
  26. Ist der Umgang mit Medikamenten sachgerecht?
  27. Sind Kompressionsstrümpfe/-verbände sachgerecht angelegt?
  28. Wird bei Bewohnern mit Ernährungssonden der Geschmackssinn angeregt?
  29. Ist die Körperpflege angemessen im Rahmen der Einwirkungsmöglichkeiten der stationären Einrichtung?
  30. Ist die Mund- und Zahnpflege angemessen im Rahmen der Einwirkungsmöglichkeiten der stationären
    Pflegeeinrichtung?
  31. Wird die Pflege im Regelfall von denselben Pflegekräften durchgeführt?
  32. Werden die Mitarbeiter in der Pflege und Betreuung regelmäßig in Erster Hilfe und Notfallmaßnahmen geschult?

Qualitätsbereich 2 - Umgang mit demenzkranken Bewohnern

33. Wird bei Bewohnern mit Demenz die Biografie des Heimbewohners beachtet und bei der Pflege und Betreuung berücksichtigt?
34. Werden bei Bewohnern mit Demenz Angehörige und Bezugspersonen in die Planung der Pflege und sozialen
Betreuung einbezogen?
35. Wird bei Bewohnern mit Demenz die Selbstbestimmung bei der Pflege und sozialen Betreuung berücksichtigt?
36. Wird das Wohlbefinden von Bewohnern mit Demenz im Pflegealltag beobachtet und dokumentiert und werden daraus ggf. Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet?
37. Sind gesicherte Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien vorhanden?
38. Können die Bewohner die Zimmer entsprechend ihren Lebensgewohnheiten gestalten?
39. Wird mit individuellen Orientierungshilfen gearbeitet?
40. Werden Bewohnern mit Demenz geeignete Freizeit-/Beschäftigungsangebote gemacht?
41. Gibt es ein bedarfsgerechtes Speisenangebot für Bewohner mit Demenz?

Qualitätsbereich 3 - Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung

42. Werden im Rahmen der sozialen Betreuung Gruppenangebote gemacht?
43. Werden im Rahmen der sozialen Betreuung Angebote für Bewohner gemacht, die nicht an Gruppenangeboten teilnehmen können?
44. Gibt es Aktivitäten zur Kontaktaufnahme/Kontaktpflege mit dem örtlichen Gemeinwesen?
45. Gibt es Maßnahmen zur Förderung der Kontaktpflege zu den Angehörigen?
46. Sind die Angebote der sozialen Betreuung auf die Bewohnergruppen und deren Bedürfnisse ausgerichtet?
47. Gibt es Hilfestellungen zur Eingewöhnung in die stationäre Pflegeeinrichtung?
48. Erfolgt eine regelhafte Überprüfung und ggf. Anpassung der Angebote zur Eingewöhnung durch die stationäre Pflegeinrichtung?
49. Gibt es konzeptionelle Aussagen zur Sterbebegleitung?
50. Erfolgt eine nachweisliche Bearbeitung von Beschwerden?

Qualitätsbereich 4 - Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene

51. Ist die Gestaltung der Bewohnerzimmer z. B. mit eigenen Möbeln, persönlichen Gegenständen und Erinnerungsstücken sowie die Entscheidung über ihre Platzierung möglich?
52. Wirken die Bewohner an der Gestaltung der Gemeinschaftsräume mit?
53. Ist der Gesamteindruck der stationären Pflegeeinrichtung im Hinblick auf Sauberkeit, Ordnung und Geruch gut?
54. Kann der Zeitpunkt des Essens im Rahmen bestimmter Zeitkorridore frei gewählt werden?
55. Wird bei Bedarf Diätkost angeboten?
56. Ist die Darbietung von Speisen und Getränken an den individuellen Fähigkeiten der Bewohner orientiert?
57. Wird der Speiseplan in gut lesbarer Form eines Wochenplanes bekannt gegeben?
58. Orientieren die Portionsgrößen sich an den individuellen Wünschen der Bewohner?
59. Werden die Mahlzeiten in für die Bewohner angenehmen Räumlichkeiten und ruhiger Atmosphäre angeboten?

Qualitätsbereich 5 - Befragung der Bewohner

60. Wird mit Ihnen der Zeitpunkt von Pflege- und Betreuungsmaßnahmen abgestimmt?
61. Entscheiden Sie, ob Ihre Zimmertür offen oder geschlossen gehalten wird?
62. Werden Sie von den Mitarbeitern motiviert, sich teilweise oder ganz selber zu waschen?
63. Sorgen die Mitarbeiter dafür, dass Ihnen z. B. beim Waschen außer der Pflegekraft niemand zusehen kann?
64. Hat sich für Sie etwas zum Positiven geändert, wenn Sie sich beschwert haben?
65. Entspricht die Hausreinigung Ihren Erwartungen?
66. Können Sie beim Mittagessen zwischen verschiedenen Gerichten auswählen?
67. Sind die Mitarbeiter höflich und freundlich?
68. Nehmen sich die Mitarbeiter ausreichend Zeit für Sie?
69. Fragen die Mitarbeiter der stationären Pflegeeinrichtung Sie, welche Kleidung Sie anziehen möchten?
70. Schmeckt Ihnen das Essen?
71. Sind Sie mit den Essenszeiten zufrieden?
72. Bekommen Sie jederzeit ausreichend zuzahlungsfrei zu trinken angeboten?
73. Entsprechen die sozialen und kulturellen Angebote Ihren Interessen?
74. Wird Ihnen die Teilnahme an für Sie interessanten Beschäftigungsangeboten ermöglicht?
75. Wird Ihnen die erforderliche Unterstützung gegeben, um sich im Freien aufhalten zu können?
76. Können Sie jederzeit Besuch empfangen wann sie wollen?
77.Erhalten Sie die zum Waschen abgegebene Wäsche zeitnah, vollständig und in einwandfreiem Zustand aus der Wäscherei zurück?

Weiterführende Informationen zur Bewertungssystematik der MDK-Noten und der Berechnung der Teilnoten haben wir in eigenem Beitrag verfasst.

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