Die Atrophie (altgriech. ἀτροφία „Abmagerung, Atrophie, Nahrungsmangel“) bedeutet Gewebsschwund. Sie kann durch Größenabnahme der Zellen (Hypotrophie) oder durch Abnahme der Zellzahl (Hypoplasie) jeweils mit oder ohne gleichzeitige Veränderungen in der Zellstruktur auftreten.
Atrophien können u.a. aus folgenden Gründen auftreten:
- wegen Mangelernährung
- wegen einer Störung im Stoffwechsel
- wegen einer infektiösen, physikalischen oder chemischen Schädigung
- wegen einer Störung der Blutversorgung
- wegen einer Störung der Innervation
- wegen hormoneller Veränderungen
- als Alterserscheinung
- wegen mechanischem Druck (Druckatrophie), z.B. durch den Druck eines Tumors oder einer schlecht sitzenden Prothese
Bereits eine Unterbeanspruchung eines Organs führt zu einer Inaktivitätsatrophie, zum Beispiel der Muskelschwund bei mangelnder körperlicher Aktivität oder in der Raumfahrt (wegen fehlender Schwerkraft). Zudem zeigen einige Organe eine physiologische Atrophie (auch als Involution bezeichnet), wie beispielsweise der Thymus, der sich ab der Pubertät zurückbildet.
Eine Atrophie kann entweder allgemein auftreten (universelle Atrophie, z. B. bei Unterernährung) oder auf bestimmte Organe oder Gewebe innerhalb eines Organs beschränkt sein.
Die Atrophie der Haut wird Dermatrophie genannt. Sie kann angeboren oder erworben sein. Im Tierreich wurde darüberhinaus 2006 erstmals eine Amphibienart (Boulengerula taitanus) gefunden, die ihren Nachwuchs mit der eigenen Haut füttert. Der resultierende Gewebeschwund wird auch als Hautatrophie bezeichnet.
Das Gegenteil einer Atrophie ist eine Hypertrophie bzw. Hyperplasie.
Siehe auch Nekrose
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