Waffensalbe ist ein altes magisches Heilmittel für durch Waffen verursachte Wunden. Im Rahmen der Vorstellungswelt des Animalischen Magnetismus hatte sich im Zeitalter des Barock der Glaube gebildet, dass man solche Wunden mit einer metallischen Substanz bedecken und dann durch Behandlung mit einem Magneten heilen könne. Die "Waffensalbe" sollte alle durch scharfe Waffen verursachten Wunden heilen, soweit diese nicht das Herz, das Gehirn oder die Arterien verletzt haben. Gelegentlich findet man sogar die Vorstellung, alleine die Behandlung der Waffe (Schwert, Dolch o.ä.) genüge, um die durch sie geschlagenen Wunden zu beeinflussen.
Ein Rezept stammt von Paracelsus (Mitte des 17. Jahrhunderts):
- "Nimm je eine Unze von der Flechte, die auf dem Kopf eines gehängten Diebes wächst, von echter Mumie und von warmem Menschenblut; dazu zwei Unzen Menschentalg und je zwei Drachmen Leinöl, Terpentin und armenische Heilerde. Verquirle alles gut in einem Mörser und bewahre die Salbe in einer länglichen, schmalen Urne auf." Aus: Charles Mackay: Zeichen und Wunder. Aus den Annalen des Wahns. 1841. Nachdruck: Frankfurt am Main 1992.
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Kategorie: Medizingeschichte

