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Uroskopie

Die Uroskopie oder Harnschau ist die zu diagnostischen Zwecken durchgeführte Betrachtung und Prüfung von chemisch unverändertem Urin. Diese war über viele Jahrhunderte seit dem Mittelalter bis weit in die frühe Neuzeit hinein das wichtigste diagnostische Mittel im Bereich der Humoralpathologie (Säftelehre) der Medizin. Die Uroskopie baute auf Berichten aus Mesopotamien und dem alten Ägypten auf.

Im Rahmen der klassischen Harnschau wurde der Morgenurin in einem speziellen kolbenförmigen Gefäß, der Matula gesammelt und auf seine Farbe, Trübung, Geruch und Bläschenbildung hin begutachtet.

Im Rahmen der klassischen Harnschau wurden 20 verschiedene Harnfarben unterschieden, und die Konsistenz wurde als dünn, mittelmäßig oder dickflüssig beschrieben. Des weiteren wurde der Urin auf Beimengungen (sog. Contenta) hin begutachtet, zu denen trübende Niederschläge oder andere Konkremente gehören konnten. Zur Diagnostik der Zuckerkrankheit wurde auch der Geschmack des Urins durch den Harnbeschauer (oder Harnschauer) geprüft. Die Befunde wurden sodann auf sogenannten Urinkarten vermerkt.

Nach der Humoralpathologie wurden Krankheiten auf einer fehlerhaften Mischung von Körpersäften zurückgeführt und diese seien aus der Farbe des Urins und weiteren Zeichen erkennbar. Die Harnschau entwickelte sich neben der Pulsdiagnostik zu einer diagnostischen Methode für fast alle damals bekannten Krankheiten. Aus der Uroskopie entwickelten sich in der Vergangenheit auch abergläubische Varianten, die so genannte Uromantie oder Harnwahrsagerei.

Im 18. Jahrhundert wandelte sich die Uroskopie durch die Anwendung exakter Nachweisverfahren zu einer wissenschaftlichen Untersuchungsmethode: der Urindiagnostk. Auch heute wird routinemäßig im Rahmen einer Urinuntersuchung neben den chemischen Laboruntersuchungen der Urin auf Farbe, Geruch und Beimengungen hin untersucht und dies im Bericht vermerkt. Dazu kam im 20. Jahrhundert die lichtmikroskopische Untersuchung.

Die Matula, das Urinsammelgefäß (Uringlas) wurde zu einem Standesymbol der Ärzteschaft.

Weblinks


Wikipedia

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