Anzeige

Lithotomus

Ein Lithotomus, auch Steinschneider war ein bis ins 19. Jahrhundert ausgeübter medizinischer Beruf, der vielfach gleichzeitig mit der Tätigkeit als Okulist (Augenmediziner) und Chirurg ausgeübt wurde. Seine Wirkungsgebiet lag in der Entfernung von Blasensteinen.

Bedingt durch die früheren Ernährungsgewohnheiten, war die Bildung von Blasensteinen eine häufige Folgeerscheinung. Für die Beseitigung der zu schmerzhaften Koliken führenden und das Wasserlassen verhindernden Steine wurden die Dienste eines Lithotomus in Anspruch genommen.

Dazu fanden zwei verschiedene Verfahren Anwendung.

  • Im Kindesalter erfolgte eine manuelle Fixierung des Steines durch den Anus am Damm, wo er mittels eines Schnittes herausgezogen wurde.
  • Bei erwachsenen Personen musste ein aufwändigeres Verfahren angewandt werden. Über einen Schnitt in die Harnröhre unterhalb der Prostata führte der Lithotomus seine Werkzeuge in die Blase ein, um den Stein zu greifen und durch den Blasenhals herauszuziehen.

Seit dem 19. Jahrhundert wurde diese Tätigkeit gänzlich von Chirurgen wahrgenommen, am Verfahren änderte sich bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wenig, ehe moderne Methoden der Urologie Einzug hielten.

Der wohl bekannteste Lithotomus war Johann Andreas Eisenbarth.

Weblinks


Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Lithotomus aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Lithotomus verfügbar.

Wichtiger Hinweis!

Die Beiträge bei www.kliniken.de im Bereich Medizin-Lexikon dienen der allgemeinen Weiterbildung. Sie können und sollen in keinem Falle die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen. Dies gilt insbesondere für die Beschreibungen von Erste-Hilfe-Maßnahmen, diese ersetzen auf keinen Fall den Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses und das praktische Üben der Maßnahmen.

Das Medizinlexikon unter www.kliniken.de wird offen und ohne direkte redaktionelle Begleitung und Kontrolle bereitgestellt. Auch wenn fast alle Teilnehmer ständig daran arbeiten, die Beiträge zu verbessern, ist es möglich, dass tendenziöse, falsche, unvollständige oder verkürzte Angaben gemacht werden. So könnten auch die Gesundheit gefährdende Empfehlungen in die Texte geraten. Darüber hinaus hat medizinisches Personal Zugang zu weiterführenden Informationen, die der breiten Öffentlichkeit u.a. aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung stehen oder entsprechende Vorkenntnisse voraussetzen.

Nehmen Sie niemals Medikamente (auch keine Heilkräuter) ohne Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein!

Sie sollten daher die hier bereitgestellten Informationen niemals als alleinige Quelle für gesundheitsbezogene Entscheidungen verwenden. Bei Beschwerden sollten Sie auf jeden Fall ärztlichen Rat einholen.